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Modul

Social Stories & Alltagsszenarien

Interaktive Geschichten stellen typische Alltagssituationen strukturiert und schrittweise dar. Kinder erkunden soziale Abläufe, probieren verschiedene Reaktionen aus und erhalten sofortiges Feedback – in einer sicheren, druckfreien Umgebung.

  • Zielgruppe

    Autismus & ADHS

  • Altersempfehlung

    6–16 Jahre

  • Teilmodule

    16

Worum geht es

Social Stories sind kurze, klar strukturierte Erzählungen, die soziale Situationen aus der Perspektive des Kindes beschreiben. Sie zerlegen komplexe soziale Abläufe in nachvollziehbare Bausteine: Was passiert? Wer ist beteiligt? Was wird von mir erwartet? Welche Handlungsoptionen habe ich? Das Konzept geht auf die Arbeit der amerikanischen Pädagogin Carol Gray zurück und wird in der Autismusförderung seit den 1990er Jahren eingesetzt. Unsere digitale Umsetzung übersetzt diese narrative Methode in interaktive Szenarien, in denen Kinder verschiedene Reaktionen ausprobieren und sofortiges, nicht wertendes Feedback erhalten.

Lernziele

  • Soziale Erwartungen in Alltagssituationen erkennen und benennen

  • Eigene Handlungsoptionen in sozialen Kontexten entwickeln

  • Implizite soziale Regeln explizit verstehen

  • Übergänge und unerwartete Ereignisse strukturierter bewältigen

  • Selbstwirksamkeit im Umgang mit sozialen Anforderungen aufbauen

Didaktischer Ansatz

  1. 01

    Narrative Struktur nach Carol Gray: deskriptive, perspektivische und direktive Sätze

  2. 02

    Visuelle Unterstützung mit klarer Kopplung von Bild und Text

  3. 03

    Wiederholbare, vorhersehbare Lerneinheiten ohne Zeitdruck

  4. 04

    Schrittweise Steigerung der Komplexität, angepasst an den Entwicklungsstand

  5. 05

    Direktes, nicht wertendes Feedback nach jeder Entscheidung des Kindes

Teilmodule

  • Alltagsroutinen

    Morgenrituale, Mahlzeiten und Abendroutinen in klaren, vorhersehbaren Schritten. Kinder lernen, was sie erwartet und wie sie Übergänge meistern.

  • Schule & Unterricht

    Typische Schulsituationen wie Anweisungen befolgen, um Hilfe bitten, Gruppenarbeit und Umgang mit Stundenplanänderungen.

  • Spielplatz & Kontakt mit Gleichaltrigen

    Bei Spielen mitmachen, Abwechseln, Umgang mit Meinungsverschiedenheiten und Verstehen ungeschriebener sozialer Regeln unter Gleichaltrigen.

  • Arztbesuche & medizinische Situationen

    Vorbereitung auf Arzttermine, Verstehen von Untersuchungsabläufen und Kommunikation von Unbehagen oder Fragen.

  • Einkaufen & öffentliche Orte

    Sich in Supermärkten, öffentlichen Verkehrsmitteln und belebten Umgebungen zurechtfinden. Warten üben, Reizüberflutung bewältigen und um Hilfe bitten.

  • Familienfeiern & Veranstaltungen

    Geburtstagsfeiern, Feiertage und Familienbesuche. Soziale Erwartungen verstehen, Reizüberflutung bewältigen und Strategien für Pausen finden.

Weitere Module

  • Telefonieren & Videogespräche führen

    Strukturierte Übung für synchrone Kommunikation ohne oder mit reduzierten sichtbaren Hinweisreizen. Begrüßung, Themenwechsel und Verabschiedung in klaren Schritten.

  • Mit unerwarteten Planänderungen umgehen

    Strategien für den Moment, in dem eine Routine kippt. Umgang mit kurzfristigen Termin-, Orts- oder Personenwechseln mit Raum für emotionale Akklimatisierung.

  • Persönlichen Raum & körperliche Grenzen verstehen

    Distanz, Berührung und körperliche Signale anderer wahrnehmen und respektieren. Eigene Grenzen verlässlich benennen und vertreten.

  • Restaurantbesuche & Essen bestellen

    Vom Eintreten bis zum Bezahlen: Speisekarten lesen, Bestellungen formulieren, Sonderwünsche höflich kommunizieren und auf typische Anschlussfragen reagieren.

  • Warten in Schlangen & Umgang mit Langeweile

    Aktives Warten als trainierbare Fähigkeit. Strategien für ungeplante Pausen, Reizfilterung und akzeptable Beschäftigungen im öffentlichen Raum.

  • Übernachtungen bei Freunden

    Vorbereitung, Schlafrituale in fremder Umgebung, Heimweh-Management und Umgang mit veränderten Routinen über mehrere Stunden hinweg.

  • Neue Umgebungen bewältigen (Umzug, neue Schule)

    Phasenmodell für größere Übergänge: Vorab-Erkundung, erste Wochen, dauerhafte Eingewöhnung. Mit ehrlicher Benennung der emotionalen Last solcher Wechsel.

  • Umgang mit Autoritätspersonen (Lehrer, Polizei)

    Gespräche mit Personen in formellen Rollen. Erwartete Höflichkeitsformen, eigene Rechte kennen und nachfragen dürfen, wenn etwas unklar bleibt.

  • Mehrstufige soziale Abläufe planen (Verabredungen treffen)

    Eine soziale Aktivität von der Idee bis zur Durchführung: Initiative ergreifen, Absprachen treffen, mit Absagen oder Verzögerungen sachlich umgehen.

  • Kulturelle Unterschiede in sozialen Normen verstehen

    Erkennen, dass soziale Regeln zwischen Kulturen, Familien und Kontexten variieren. Anpassung üben, ohne die eigene Identität aufzugeben.

Altersempfehlung

Die Szenarien sind für Kinder von 6 bis 16 Jahren konzipiert. Jüngere Versionen arbeiten mit einfacherer Sprache, mehr visuellen Stützen und kürzeren Geschichten. Mit zunehmendem Alter erweitern sich Sprache, soziale Komplexität und Reflexionsanforderungen schrittweise. Die adaptive KI orientiert sich am individuellen Lernstand des Kindes, nicht starr am chronologischen Alter.

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