Für wen wir entwickeln
Unsere Module richten sich an autistische Kinder und Kinder mit ADHS. Eingesetzt werden sie nicht direkt durch Familien, sondern durch therapeutische und pädagogische Fachkräfte, die die Module in ihre Arbeit mit der Familie einbetten.
Autistische Kinder
Viele autistische Kinder haben Schwierigkeiten mit ungeschriebenen sozialen Regeln, Perspektivwechsel oder dem Deuten von Mimik und Gestik. Unsere Module bieten einen strukturierten Rahmen, in dem diese Fähigkeiten im eigenen Tempo geübt werden können.
Was wir autistischen Kindern bieten
- Social Narratives (Social Stories): Erzählerische Szenarien machen soziale Situationen Schritt für Schritt nachvollziehbar. Kinder lernen, was in bestimmten Momenten passiert, warum Menschen so reagieren und welche Handlungsoptionen sie selbst haben.
- Theory-of-Mind-Übungen: Interaktive Aufgaben helfen Kindern, Gedanken, Absichten und Gefühle anderer besser nachzuvollziehen – eine Schlüsselkompetenz für soziale Interaktion.
- Emotionserkennung: Klar strukturierte Übungen unterstützen dabei, Gesichtsausdrücke, Körperhaltung und Tonfall bewusster wahrzunehmen und zu interpretieren – mit viel Wiederholung und visueller Klarheit.
- Berechenbare Lernumgebung: Konsistente Interaktionsmuster, klare Anweisungen und ruhiges Tempo. Eine vorhersehbare digitale Umgebung ohne unerwartete soziale Signale.
- Alters- und entwicklungsangemessene Inhalte: Die Übungen sind auf die Entwicklungsphase des jeweiligen Kindes zugeschnitten.
Unser Ansatz
Studien zeigen, dass autistische Kinder besonders von expliziten Erklärungen, klaren Abläufen und wiederholbaren Lerneinheiten profitieren. Genau hier setzen unsere Anwendungen an: Sie machen implizite soziale Regeln sichtbarer und Situationen vorhersehbarer.
In einer sicheren, digitalen Umgebung können Kinder neue Strategien ausprobieren, Fehler machen und Szenarien beliebig oft wiederholen – ohne Bewertung oder sozialen Druck. So kann sich schrittweise mehr Sicherheit im Umgang mit sozialen Anforderungen entwickeln.
Kinder mit ADHS
Aufmerksamkeit steuern, Impulse kontrollieren, den Alltag organisieren – das fällt vielen Kindern mit ADHS schwer. Unsere Module setzen genau hier an und helfen, den Alltag in handhabbare Schritte zu zerlegen.
Was wir Kindern mit ADHS bieten
- Visuelle Aufgabendekomposition: Größere Aufgaben werden in kleine, klar erkennbare Schritte zerlegt. Visuelle Checklisten dienen als äußere Gedächtnisstütze und Orientierung.
- Sanfte Erinnerungen: Wenn ein Schritt übersprungen wird oder die Aufmerksamkeit abschweift, geben die Module ruhige, nicht wertende Hinweise zum Wiedereinstieg.
- Pausen- und Selbstregulationsunterstützung: Geplante Pausen mit Atemübungen, kurzen Bewegungsimpulsen oder beruhigenden Visualisierungen helfen Kindern, ihren inneren Zustand besser zu regulieren.
- Kurze, fokussierte Einheiten: Die Inhalte sind in kompakte Lernepisoden gegliedert, damit Kinder intensiv arbeiten können, ohne überfordert zu werden.
- Alters- und entwicklungsangemessene Inhalte: Die Übungen orientieren sich am individuellen Entwicklungsstand jedes Kindes mit ADHS.
Unser Ansatz
Viele Kinder mit ADHS profitieren von klarer äußerer Struktur, die sie bei Planung, Aufmerksamkeit und Übergängen unterstützt. Unsere Anwendungen stellen solche Strukturen digital bereit – flexibel anpassbar an Tempo und Tagesform des Kindes.
Spielerische Elemente sorgen für Motivation, ohne unnötigen Leistungsdruck zu erzeugen. Die Module wiederholen geduldig, geben Orientierung und schaffen einen Rahmen, in dem Ausprobieren erlaubt ist und kleine Fortschritte sichtbar werden.
Für Fachkräfte in Therapie und Pädagogik
Sie arbeiten mit autistischen Kindern oder Kindern mit ADHS? Unsere Module sind keine Therapie, sie können aber dort anknüpfen, wo im Alltag zusätzliche Übungsgelegenheiten hilfreich sind.
Mögliche Einsatzszenarien in Zukunft
- Alltagsnahe Übungsumgebung: Kinder können zwischen Terminen selbstständig oder mit Begleitung zu Hause an Inhalten arbeiten, die thematisch an bekannte therapeutische Schwerpunkte anknüpfen.
- Strukturierte Wiederholung: Social Narratives, Perspektivübungen und Emotionstrainings lassen sich regelmäßig wiederholen, um Lerninhalte im Alltag präsent zu halten.
- Transparente Einblicke: In zukünftigen Ausbaustufen können Fachkräfte Einblick in Übungsbereiche und Fokus-Themen gewinnen, um besser anzuknüpfen – ohne klinische Diagnostik zu ersetzen.
- Orientierung an evidenzbasierten Konzepten: Die Inhalte orientieren sich an etablierten Konzepten der Autismus- und ADHS-Förderung, werden aber bewusst als alltagsbegleitende Lernangebote, nicht als Therapie, gestaltet.
Keine Therapie, sondern Ergänzung
DeepSpectrum Lab ersetzt weder Diagnostik noch Psychotherapie. Die Beziehungsgestaltung, klinische Einschätzung und individuelle Fallarbeit bleiben Aufgaben der Fachkräfte.
Unsere Anwendungen zielen darauf ab, alltagsnahe Übungsräume zu eröffnen, in denen Kinder das, was sie gelernt haben, niedrigschwellig wiederholen und anwenden können. Wenn Sie unsere Plattform als mögliche Ergänzung für Ihre Klient:innen prüfen möchten, freuen wir uns über Ihr Feedback und den fachlichen Austausch.
Für Eltern neurodivergenter Kinder
Begrenzte Therapieplätze, lange Wartezeiten und die Frage, wie sich die Zeit zwischen den Terminen sinnvoll nutzen lässt. Unsere Module gehen die Lücke an, allerdings nicht über direkten Familienzugang: sie werden über therapeutische und pädagogische Praxispartner:innen eingesetzt, die sie in ihre Arbeit mit Ihrem Kind und Ihrer Familie einbetten.
Was das Modell für Ihre Familie bedeutet
- Ergänzung der bestehenden Begleitung: Wenn eine Therapeutin oder Pädagogin Ihres Kindes Teil unseres Praxispartner-Netzwerks ist, kann sie die Module in ihrer Arbeit einsetzen und mit Ihnen besprechen, was Ihrem Kind tatsächlich hilft.
- Konsistenz zwischen Sitzung und Alltag: Die Inhalte sind so gebaut, dass Praxispartner:innen Übungen aus der Sitzung wiederholbar machen können — strukturiert, mit klarem Schwerpunkt, ohne Druck.
- Fachliche Einordnung der Beobachtungen: Was in den Übungssitzungen sichtbar wird, geht zurück an die Praxispartner:innen. Sie sind die einzigen, die diese Beobachtungen fachlich einordnen können — nicht ein Algorithmus und nicht wir.
- Kein zusätzlicher Selbstaufwand: Sie müssen nicht selbst eine App betreuen oder den Übungsstand verfolgen. Die fachliche Steuerung liegt bei der Praxispartnerin oder dem Praxispartner.
Was Sie tun können
Wenn Ihr Kind bereits therapeutisch oder pädagogisch begleitet wird, fragen Sie die begleitende Fachkraft, ob sie Teil des Praxispartner-Netzwerks ist oder ob sie Interesse hätte, eines zu werden. Das Modell ist explizit so gestaltet, dass die fachliche Bezugsperson eine zentrale Rolle behält.
Wenn Sie unsicher sind oder noch keine begleitende Fachkraft gefunden haben, schreiben Sie uns gerne. Wir können nicht alle Fragen beantworten, aber wir können Updates über neue Praxispartner:innen in Ihrer Region weitergeben oder auf bestehende Netzwerke verweisen.