Warum wir mit anderen bauen
DeepSpectrum Lab ist ein kleines Lab mit klar umrissenem Arbeitsgebiet. Die Konstruktbereiche, in denen wir uns bewegen (soziale Kognition, Theory of Mind, Emotionsregulation, exekutive Funktionen bei Autismus und ADHS) verlangen mehr klinische, entwicklungspsychologische und gestalterische Expertise, als ein einzelnes Team glaubhaft tragen kann. Wir behandeln Kooperation als Bestandteil der Methodik, nicht als Außenkommunikation.
Daraus folgen drei Dinge ganz konkret. Wir benennen unsere Operationalisierungen offen, damit andere sie anfechten können. Wir laden externe Begutachtung des methodischen Dokuments vor seiner Veröffentlichung ein. Wir behandeln das Praxispartner-Netzwerk als arbeitende Partnerschaft, nicht als Vertriebskanal.
Wozu dieser Artikel da ist
Dieser Artikel ist eine Einladung zu spezifischen Formen fachlicher Zusammenarbeit. Er ist kein Aufruf zu allgemeinen Partnerschaften, zu Sponsoring oder zu Medienpräsenz. Die folgenden Sektionen beschreiben, womit wir uns ernsthaft befassen können; die abschließende Sektion macht explizit, was wir derzeit ablehnen und warum.
Forschende
Wir arbeiten mit Forschenden aus klinischer und Entwicklungspsychologie, Sonderpädagogik und Human-Computer Interaction. Die Kooperationen, die bisher den meisten Wert gebracht haben, sind keine großen Verbundprojekte, sondern eng zugeschnittene: methodische Rückmeldungen zu einer einzelnen Konstrukt-Operationalisierung, gemeinsame Pilotevaluationen einer definierten Teilfrage, oder Ko-Autor:innenschaft an der methodischen Publikation.
Was wir im Gegenzug anbieten: Zugriff auf unsere Konstrukt-Operationalisierungen und Regelsets vor der Publikation; deidentifizierte Pilotdaten, sobald sie vorliegen; transparente Autor:innen- und Beitragsregelungen; und die Bereitschaft, Kritik aufzunehmen, die unser Design verändert, nicht nur Kritik, die es bestätigt.
Wenn Sie in einem dieser Felder arbeiten und eines unserer Module für eine Frage relevant erscheint, an der Sie bereits arbeiten, ist eine kurze E-Mail der richtige Einstieg.
Fachkräfte aus der Praxis
Therapeutische und pädagogische Fachkräfte (Psychotherapeut:innen, Sonderpädagog:innen, Logopäd:innen, Schulpsycholog:innen) können Teil des Praxisnetzwerks werden und die Module in der Arbeit mit ihren Klient:innen einsetzen. Bewerbungsprozess und nächste Schritte sind auf unserer Zugangsseite beschrieben.
Was wir von Praxispartner:innen erbitten: regelmäßige Rückmeldungen auf Sitzungsebene während eines definierten Pilotzeitraums, die Bereitschaft, Schwierigkeiten ebenso zu benennen wie Erfolge, und einen kleinen Zeitanteil für vereinbarte Reflexionsgespräche. Was wir anbieten: Einarbeitungsmaterial, methodische Dokumentation, die Möglichkeit, mitzubestimmen, was wir als nächstes ändern, und die explizite Zusage, dass Praxisrückmeldungen den primären Treiber unserer Iteration bilden.
Das Praxispartner-Modell ist zugleich unsere Adhärenz- und Generalisierungsstrategie. Die methodischen Gründe haben wir im Artikel zur Gründung des Labs beschrieben.
Software- und Accessibility-Spezialist:innen
Accessibility verstehen wir als Designgrundlage, nicht als Feature. Die Fragen, an denen wir am offensten für externe Expertise sind, betreffen sensorisch bewusstes Interaktionsdesign, vorhersehbares Interface-Verhalten und die praktische Detailarbeit, Screenreader- und Tastaturpfade in einer ursprünglich visuell entworfenen Umgebung zu tragen.
Besonders interessieren uns Gespräche mit Software-Profis, die in benachbarten Domänen an Accessibility arbeiten (Bildungssoftware, Healthcare-Werkzeuge, strukturierte Lesesoftware) und mitteilen können, was im Kontakt mit realen Nutzer:innen trägt.
Hackathons und studentische Projekte
Wir haben Hackathon-ähnliche Sitzungen zu fokussierten Fragestellungen ausgerichtet und an solchen mitgewirkt: Interaktionsmuster für Emotionserkennung, Visualisierung innerer Zustände, Methoden zur Darstellung von Unsicherheit in adaptiven Systemen. Das Format funktioniert dann, wenn die Frage wirklich eng ist und das Ergebnis konzeptuell sein darf, nicht produktreif.
Wenn Sie eine Veranstaltung oder ein studentisches Projekt vorbereiten, die eines unserer Konstruktfelder berührt, hilft uns ein kurzer Hinweis auf die konkrete Frage einzuschätzen, ob wir nützlich sein können.
Was außerhalb unseres Wirkungsbereichs liegt
Wir bieten derzeit keinen direkten Endnutzer:innen-Zugang für Familien an, gehen keine Sponsoringbeziehungen ein und beteiligen uns nicht an Medienpartnerschaften außerhalb unserer Forschungs- und Praxisarbeit. Der Grund ist nicht, dass das im Allgemeinen falsch wäre, sondern dass solche Beziehungen Aufmerksamkeit und Rechenschaft verlangen, die wir derzeit nicht ehrlich geben können.
Wir gehen auch keine Kooperationen ein, die uns zu therapeutischen Wirkaussagen verpflichten würden, die die vorhandene Evidenz nicht trägt, unabhängig davon, wie attraktiv die Formulierung im Einzelfall sein mag. Diese Grenze ist hart, und sie gilt unabhängig davon, ob die Formulierung von einem Partner, einem Förderer oder unserer eigenen zukünftigen Planung kommt.
Kontakt
Eine E-Mail an info@deep-spectrum.com ist der schnellste Weg. Ein kurzer Hinweis auf die angedachte Form der Zusammenarbeit, den zeitlichen Horizont und den relevanten Kontext (Institution, bisherige Arbeit) hilft uns, das Gespräch zielgerichtet vorzubereiten. Wir antworten in der Regel innerhalb weniger Werktage.